Donnerstag, 24. September 2009

Wählen gehen?

Am Sonntag, dem 27.09.2009 stellte sich wieder einmal mehr die Frage, wie mensch sich als verantwortungsbewußte/r am Gemeinwohl orientierte/r Bürgerin/Bürger angesichts der zum turnusmäßigen Kasperletheater verkommenen "Wahlen" genannten Veranstaltungen rational verhalten soll:

Wählen - selektiv-wählen - nicht-wählen - ungültig-wählen - oder?

  1. Wählen und selektiv wählen: Wer mit dem Prozedere mehr oder weniger dann doch einverstanden ist, der mag (unter den gegenwärtigen Voraussetzungen) wählen wen, was und wie er will. Es sei ihr/ihm allerdings diese Website empfohlen, wenn sie/er wissen will, wie sie/er wahltaktisch sich am geschicktesten verhalten soll, um seine/r Stimme "maximales" Gewicht zu verleihen: http://www.wahlrecht.de/bundestag/2009/index.html
    → siehe auch: http://www.archiv-grundeinkommen.de/wahlen/butawa09.html

  2. Alle anderen stehen vor der Frage: Nicht wählen oder ungültig wählen?

    Für beide Positionen gibt es gute Gründe: Während jede ungültige Stimme zunächst einmal die Wahlbeteiligung erhöht, wird sie durch diejenigen, die nicht zur Wahl gehen, trivialerweise gesenkt.

    Im ersten Fall können die Systemagenten die "hohe Wahlbeteiligung" positiv (gemäß ihrer Weltsicht) sich selbst und ihrem System zugute halten. Erst wenn die Zahl der ungültigen Stimmen so signifikant zunimmt, daß sie nicht mehr einfach als Einzelfälle abgetan werden können, beginnen diese ungültigen Stimmen Fragen zu provozieren und an Gewicht zu gewinnen (Ungültige Stimmen im zweistelligen Bereich lassen sich denn nun wirklich nicht mehr bagatellisieren) .... Auf jeden Fall können die Systemagenten den Ungültig-Wählern nicht vorwerfen, sie handelten aus Desinteresse und Gleichgültigkeit etc.!

    Im zweiten Fall wird zwar die Wahlbeteiligung gesenkt - und somit die Legitimation der ganzen Veranstaltung und deren Ergebnis in Frage gestellt. Da aber die Motive für das Nicht-zur-Wahl-gehen im Dunkeln bleiben, können die Systemagenten den Nichtwählern unterstellen, sie blieben nur aus Bequemlichkeit etc. der Wahl fern - und implizit, sie verdienten das Wahlrecht deshalb auch eigentlich gar nicht ...

  3. Oder?: Was könnte mensch noch machen, wenn er nicht einfach resignieren und seinen Kopf in den Sand stecken will? Denkbar wären z.B. viele kleine spontane Aktionen von Privatleuten und kleinen Gruppen und Initiativen anläßlich der Wahlen, um so eine von den Parteien und deren Filz und Seilschaften etc. unabhängige Öffentlichkeit herzustellen ... (Dazu würde es schon genügen mit selbstbemalten T-Shirts auf die Besucher der Wahllokale zuzugehen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen etc. etc. ... Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und je bunter und vielfältiger, desto besser ... :-))
    → siehe dazu z.B. auch diese Idee: http://www.grundeinkommen-waehlen.de




    Weblinks



    Siehe auch




Kommentare:

Pinne hat gesagt…

Hier gibt es 40! Gründe warum man zur Wahl gehen sollte:

http://waehlen-gehen.blogspot.com/

Lukas hat gesagt…

@ Pinne

Es lassen sich für alle möglichen Positionen und Meinungen immer irgendwelche "guten" Gründe finden ...

Aber wie war das nochmal?

"Wer will findet Wege, wer nicht will - bzw. wer will, daß alles im wesentlichen so bleibt wie es ist - findet Gründe" ... ;-))

Hubert Spiegel hat gesagt…

... Heute schlägt sich [Rainer] Müller als freiberuflicher Historiker durch, und Volker Külow, der Mann, der ihn damals bespitzelt hat, sitzt als Vorsitzender der Leipziger Linkspartei im Stadtrat und könnte, wie der Schriftsteller Erich Loest unlängst beklagt hat, der nächste Kulturminister von Sachsen werden. ...

Quelle: Wir waren das Volk, faz.net, 01.09.2009

Alfred Dallinger hat gesagt…

"Aus einer Partei, deren zentrale Anliegen soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, Solidarität mit den Benachteiligten waren, ist in den Augen vieler eine Großlobby zur Verteildigung eigener Besitzstände und Interessen geworden, blind und fühllos gegenüber den sich ständig verschärfenden Nöten von immer mehr Menschen in einer kapitalistischen Gesellschaft, weithin fühllos auch gegenüber Skandalen und Entartungen in den eigenen Reihen." - Alfred Dallinger in: "Rekonstruktion der Sozialdemokratie", Linz 1987, Seite 87

Quelle: Alfred Dallinger - Visonär der Sozialpolitik - 20.Todestag, Saibot-Blog, 04.04.2009

Einzelfall oder symptomatisch? hat gesagt…

Wirbel um Haushaltsloch: CDU verlangt Neuwahl in Dortmund, rp.online, 04.09.2009