Mittwoch, 9. September 2026

BGE-Infos: Aktionen und Termine, Krise der BGE-Initiative, neue Artikel mit Offenem Brief zur aktuellen Sozialstaatsdebatte

Liebe Interessierte am Bedingungslosen Grundeinkommen aus dem Rhein-Main-Gebiet, nach langer Sendepause (dazu unten mehr) hier wieder ein Newsletter zu Aktivitäten und Neuigkeiten rund um das Bedingungslose Grundeinkommen (er ist daher lang geworden).

Anstehende Termine:
Am Samstag, den 19.9. wird Eric bei der Transition Town Konferenz in Frankfurt einen Workshop zum Bedingungslosen Grundeinkommen anbieten, und zwar im Rahmen des Barcamps zwischen 14 und 17:45 Uhr.  Ort: Offenes Haus der Kulturen, Mertonstraße 26-28, 60486 Frankfurt am Main Infos und Anmeldung: https://www.frankfurt-im-wandel.org/transition-mitmach-konferenz-2026
Von Veranstalterseite wurde darauf hingewiesen, dass das BGE auch schon zum Thema "Finanzierung ökosozialer Transformation und zivilgesellschaftlichen Engagements" am Vormittag (ab 9:30 Uhr) passen würde. Kommt gerne hin und sagt es weiter.
Am Montagabend, 2.11. (voraussichtlich 18 Uhr) wird Eric im Rahmen einer von Hamburger BGE-Aktiven organisierten Online-Veranstaltung über das Bedingungslose Grundeinkommen als ein Mittel gegen den Rechtsruck mit Interessierten ins Gespräch kommen.
Weitere Infos werden dazu im Vorfeld auf unserer Termineseite veröffentlicht bzw. verlinkt: https://bge-rheinmain.org/start/termine
Unsere im Sommer wegen extremer Hitze ausgefallene Veranstaltung "Was bedeutet Künstliche Intelligenz (KI) für das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE)?" mit Dr. Christian J. Meier als Referent könnten wir nachholen, vorausgesetzt es besteht ausreichend Interesse daran. Meldet Euch in diesem Fall bitte oder schaut gelegentlich auf die Termineseite.
Vom 6.-8.11. findet in der Jugendherberge Schaan-Vaduz (Liechtenstein) die Konferenz "Wirtschaft trifft Grundeinkommen" statt, die es sicherlich lohnt zu besuchen: https://generation-grundeinkommen.org/wirtschaft-trifft-grundeinkommen/
Das Netzwerk Care Revolution (wir sind Mitglied) hält vom 16.-18.10. ein Treffen in Bielfeld ab, bei dem das BGE sicherlich eine Rolle spielen wird.
Allerdings ist die Anmeldefrist bereits verstrichen, an einer Teilnahme Interessierte könnten vielleicht noch reinrutschen, Infos hier: https://care-revolution.org/termine/care-revolution-netzwerktreffen-in-einschlingen-bielefeld

Das bundesweite Netzwerk Grundeinkommen (wir sind Mitglied) macht zwei Online-Veranstaltungen:
Wir sind eingeladen, zum Imagine-Festival 15.-18.04.2027 eine BGE-Veranstaltung beizutragen: http://imaginefestival.de/
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Elfriede, die die Initiativgruppe mitgegründet und maßgeblich getragen hat, ist nunmehr ausgeschieden. Die Personaldecke ist insgesamt sehr dünn (ohne BGE ist unbezahlte Arbeit schwer zu stemmen) und wir werden unsere Kräfte besser einteilen müssen.
Nach unserem Jubiläumsfest am 27.9.2025, welches zwar durchaus gelungen, aber nicht besonders gut besucht war, haben wir kaum noch Aktivitäten entwickelt.
Dass es die Initiative weiterhin gibt, verdanken wir wesentlich der Unterstützung durch Martin Huth und Transition Town Darmstadt: https://transition-darmstadt.de/
Zum 1. Mai haben wir - zusammen mit anderen BGE-, Care- und Demokratie-Aktiven - als unseren Beitrag zur Sozialstaatsdiskussion einen Offenen Brief an das Bündnis für einen starken und zukunftssicheren Sozialstaat verfasst, der sich hier findet und auch nach wie vor mitgezeichnet (und weiterverbreitet) werden kann: https://bge-rheinmain.org/offener-brief-an-das-bundnis-fur-einen-starken-und-zukunftssicheren-sozialstaat
Außerdem haben wir die Übersetzung eines lesenswerten Artikels aus dem Englischen veröffentlicht: Prof. Will Glovinsky: Zur Geschichte des BGEs – Thomas Spence Die Anziehungskraft, die das (Bedingungslose) Grundeinkommen heute hat, ist seinen Wurzeln im England des 18. Jahrhunderts sehr ähnlich – es ist eine Möglichkeit, Menschen für ein früheres Gemeingut zu entschädigen, das jetzt zu privatem Vorteil genutzt wird. https://bge-rheinmain.org/zur-gescichte-des-bges-thomas-spence
Ebenfalls sehr lesenswert ist die Übersetzung eines Artikels dreier spanischer Wissenschaftler: Jordi Arcarons, Daniel Raventós, Lluís Torrens: Politische Ökonomie, Republikanismus, Staatsschulden und weltweites Grundeinkommen https://bge-rheinmain.org/politische-okonomie-republikanismus-staatsschulden-und-weltweites-grundeinkommen
Im Nachgang zu unserem Fest war erfreulicherweise dieser Artikel über uns im Journal Frankfurt erschienen:
In Frankfurt und Rhein-Main
Initiative fordert seit zehn Jahren Grundeinkommen
Eine Initiativgruppe in Frankfurt setzt sich seit zehn Jahren für das bedingungslose Grundeinkommen ein. Einer der Gründer erklärt, was die Gruppe erreichen möchte und warum.
Jule Frank / 21. Oktober 2025, 13.00 Uhr
https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/stadtleben-2/In-Frankfurt-und-Rhein-Main-Initiative-fordert-seit-zehn-Jahren-Grundeinkommen-44642.html
Anfang 2027 soll eine weitere Europäische Bürgerinitiative starten, die Organisator*innen freuen sich über jede Unterstützung: https://basic-income.eu/de/index.html
Von der BGE-Initiative Saar erreichte uns die Bitte, ihr gerade im Druck befindliches Kinderbuch "Jana fährt ans Meer!" mit zu bewerben - darin soll das BGE für Kinder verständlich dargestellt werden. Der Verkaufspreis beträgt 1 EUR und es soll auch bald kostenlos zum Download zur Verfügung stehen. Es wird darum gebeten, dass wir es in Buchhandlungen, Büchereien und Sozialen Einrichtungen platzieren. Wer Exemplare haben möchte, melde sich bitte bei uns oder direkt im Saarland: https://bgesaar.wordpress.com/
Ebenfalls lesenswert ist (wer nicht gut Englisch kann, versuche es mit diesem kostenlosen Übersetzer: https://www.deepl.com/de/translator):
Scott Santens: The Universality Argument for Basic Income Why including everyone — yes, even billionaires like Elon Musk — works better than means-testing ever possibly can
https://scottsantens.substack.com/p/the-universality-argument-for-basic-income-ubi
Vibhor Mathur: ‘Seen’, ‘Respected’ and ‘Empowered’: Exploring the Dignity Dividend of a Universal Basic Income
https://basicincome.org/news/2026/06/seen-respected-and-empowered-exploring-the-dignity-dividend-of-a-universal-basic-income/
Scott Santens: The Land Dividend: How a Land Value Tax Can Fund a UBI
https://www.scottsantens.com/the-land-dividend-how-a-land-value-tax-can-fund-a-ubi/
Das weltweite BGE-Netzwerk BIEN ist dieses Jahr 40 Jahre alt geworden, dazu gibt es einen Film, hier der Trailer:
Elephant Run: Inside the Basic Income Movement
https://www.youtube.com/watch?v=NjyDwBcFnXw
https://basicincome.org/
Auch sehenswert ist:
Barry's Ecomonics: Why The Rich Think The Poor Are Lazy
https://www.youtube.com/watch?v=JeRd91a14V8
Zum Abschluss noch ein Auszug aus dem (lesenswerten) Buch über Zeitpolitik des britischen Ökonomen Prof. Guy Standing (ein Gründungsmitglied von BIEN). Standing kritisiert - wie wir - die Fetischisierung der Erwerbsarbeit (Labour) und die Abwertung und Verdrängung aller anderen (notwendigen) Tätigkeiten wie Care-Arbeit oder Commoning/Gemeinschaffen (https://de.wikipedia.org/wiki/Commoning), dazu gehören auch bürgerschaftliches Engagement oder Demokratiearbeit - wie auch die Geringschätzung der Muße.
"Even in the sixteenth century, the upper classes waged a societal campaign against the enjoyment of times of idleness by low-income people. They started to chip away at the previously large number of holy days and saints' days linked to the liturgical calendar of the Catholic Church, many of which also marked seasonal changes such as planting and harvesting times and were celebrated with singing, dancing, playing games and feasting. Failure or refusal by the lower classes to do labour was also castigated as vagabondage or idle wandering leading to the passing of the first Vagabond Act in 1531. This described 'idleness' as 'the mother of all vices' and dictated that those found guilty of vagabondage should be whipped and 'put to labour'.
Subsequent Vagabond Acts were even more vindictive. The most severe, passed in 1547, mandated that for a first 'offence' a person was to be branded with a V and subject to two years of forced labour, and for a second offence punished by death. Over 100,000 people were hanged in the space of just a few years. Most of the population was forced to 'want' labour. Wanting to labour was clearly not a natural human impulse." (S. 43)
"As commoning was squeezed and as independent work was make harder to sustain and less remunerative for many, reliance on wage labour grew. This had tragic consequences. A growing number of families were unable to support those who could not labour. Many elderly and disabled people came to feel they were a burden on their children and grandchildren.
As a result, the eighteenth and nineteenth centuries saw the indigent pushed out to depend as well as they could on parish relief, which was stretched and mean-spirited and usually resulted in the early death of those who sought it. This was also the period that saw the institutionalization of the infamous workhouse, foreshadowing the modern state, where mainly elderly rejects spent their last years labouring in abject conditions, a visible disciplinary warning to others that they must do labour or face the same fate.
Analogous to today's 'deaths of despair', many older people turned to suicide. During the eighteenth century, the over-fifties may have accounted for 40 per cent of recorded suicides, twice their proportion in the general population[20]. Suicide was interpreted as an act driven by medically rooted 'insanity'. But for many it was more about time. Their time was worthless, socially and demographically. In opting to shorten their lives, they took their residual time with them. Had commoning been preserved, had enclosure and privatization been reversed, had independent work been fostered, dependency on labour would not have become the sole means of survival. But industrial capitalism was being built on jobs and labour, and those unprepared, unable or unwilling to devote their time to labour were consigned to history." (S. 55-56)

[20] E. Sbaraini, 'What 18th-century suicide inquests tell us about growing old in Georgian England', The Conversation, 26 August 2021
Guy StandingThe Politics of Time - Gaining Control in the Age of Uncertainty
https://www.penguin.com.au/books/the-politics-of-time-9780241667163
(Er stellt das Buch auch in Vorträgen vor, z.B.:
https://www.youtube.com/watch?v=ZFUJFAx3XN8
https://www.youtube.com/watch?v=mPO2XX7SKKg)

In eigener Sache:
Wer über das BGE mitdiskutieren möchte, ist herzlich eingeladen, sich auf unseren E-Mail Verteiler, auf dem BGE-Diskussionen geführt werden, eintragen zu lassen. Hier anmelden: bge-diskussion-rhein-main-request@lists.riseup.net (oder auf diese Email antworten).
Und natürlich freuen wir uns, wenn Ihr diese Info an Leute weiterleitet, die es nach Eurer Einschätzung interessieren könnte.

Mit herzlichen Grüßen und vielleicht auf bald
Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein-Main
https://bge-rheinmain.org/